Demenz-Prävention

Viele Menschen haben Sorge und Angst vor einer Demenz – so das Ergebnis einiger Umfragen. Vor allem wenn man im nahen Familien- oder Freundeskreis miterlebt, wie Menschen von einem demenziellen Syndrom betroffen sind, schürt das bei vielen die Sorge, selbst einmal dement zu werden. Daher die Frage: Kann man sich vor einer Demenz schützen und können präventive Strategien helfen? Hendrik Dohmeyer, dessen Vater an einer Demenz litt, teilt auf pflege.de seine sieben persönlichen Tipps zur Prävention einer Demenz. Vorab eine kleine Einführung, welche Formen einer Demenz überhaupt präventiv verhindert werden können.

Grundlage: Bei welchen Demenzformen ist eine Prävention möglich?

Eines vorweg: Nicht jede Form der Demenz kann durch präventive Maßnahmen vermieden werden. Schließlich hat jede Art der Demenz unterschiedliche Ursachen und demzufolge sind es andere präventive Maßnahmen, die je nach Demenzform helfen können. Ein kleiner Überblick über die Ursachen der Demenzformen und mögliche Präventionsmaßnahmen:

  • Prävention einer neurodegenerativen Demenz

Da die Ursachen neurodegenerativer Demenzen wie Alzheimer, frontotemporale Demenz oder Lewy-Body-Demenz nicht eindeutig definiert sind und sich jede Demenz individuell und einmalig gestaltet, ist auch eine Prävention entsprechend schwierig. Daher kann nicht pauschal angenommen werden, dass man eine neurodegenerative Demenz vermeiden kann.

  • Prävention einer vaskulären Demenz

Die häufigsten Ursachen für eine vaskuläre Demenz sind Hirnblutung, Arterienverkalkung und ein Schlaganfall. Diese Ursachen können durch folgende präventive Maßnahmen vermieden werden:

  • Verzicht auf Nikotin

  • Kein oder mäßiger Alkoholkonsum

  • Ausreichende Bewegung

  • Gesunde Ernährung

  • Vermeidung von Übergewicht

  • Kontrolle und Einhaltung empfohlener Werte für Blutzucker, Blutfett und Blutdruck

Prävention einer sekundären Demenz

Um sekundäre Demenzen wie eine infektiöse oder toxische Demenz zu vermeiden, können ähnliche Präventionsmaßnahmen wie einer vaskulären Demenz helfen. Das heißt: Verzicht auf Nikotin und Alkohol, gesunde Ernährung und viel Bewegung sowie Vermeidung von Übergewicht.

Meine 7 Tipps zur Prävention einer Demenz

Seit der Demenz meines Vaters lebe ich viel bewusster und versuche, einer Demenz frühzeitig entgegenzuwirken.

Hendrik Dohmeyer

Mein Vater erhielt im Jahr 2008 die Diagnose einer Demenz vom Typ Alzheimer. Damit änderte sich das Leben unserer Familie (lesen Sie in diesem Beitrag, wie wir damit umgegangen sind) und ich selbst habe angefangen, mich intensiv mit der Krankheit zu beschäftigen. Dabei habe ich selbst auch zwangsläufig Angst bekommen, dass auch ich später einmal an einer Demenz erkranken könnte, und habe mich selbst untersuchen und mein Gehirn im MRT screenen lassen. Das positive Ergebnis: keine Anzeichen für eine Demenz. Dennoch lebe ich seitdem viel bewusster und versuche durch einige Maßnahmen, einer Demenz frühzeitig entgegenzuwirken. Für mich selbst habe ich im Laufe der Jahre sieben Lebensbereiche gefunden, die ich auch Ihnen als Anregung mit auf Ihrem Weg zur Demenz-Prävention geben möchte. Ich habe viele dieser Aspekte selbst ausprobiert und verfolge sie kontinuierlich und regelmäßig. Nicht alle und nicht immer zu 100 Prozent konsequent – aber tendenziell schon. Vielleicht ist ja auch für Sie etwas Passendes dabei.

  1. Gutes Essen und Trinken – gesunde Energie zuführen

  2. Bewegung, Sport, Krafttraining

  3. Sozialer Austausch

  4. Persönliches Engagement

  5. Umgang mit Stress

  6. Gutes Hören

  7. Permanente Weiterbildung und geistige Aktivität

 

1. Gesundes Essen und Trinken – gesunde Energie zuführen

Unser Gehirn ist eine wahre Verbrennungsmaschine. Von den täglich durchschnittlich verbrauchten 200g Glukose (Zucker) beansprucht das Gehirn gute 75 Prozent für sich, um seinen enormen Energiebedarf zu decken.

In den letzten Jahrzehnten wurde das Thema Ernährung immer präsenter – jedoch primär aus körperlicher und weniger aus kognitiv-geistiger Perspektive. Zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktionen oder einer allgemein verbesserten körperlichen Fitness hat ein Teil der Bevölkerung mehr oder weniger konsequent seine Ernährung umgestellt. Genauso wichtig ist eine gesunde Ernährung auch für einen gesunden Geist.

Wer sich intensiver mit seinen eigenen Ernährungsgewohnheiten beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch „Alzheimer ist heilbar – rechtzeitig zurück in ein gesundes Leben“ von Dr. Michael Nehls empfehlen. Auch wenn man seiner provokanten Aussage im Titel nicht unbedingt zwingend folgen muss, sind seine Ausführungen zu den ernährungsbedingten Bausteinen, Nährstoffen und Schutzstoffen für den Geist sehr lesenswert.

Info

10 Tipps für eine demenz-präventive Ernährung
  • Kochen Sie selbst und essen Sie zusammen mit Freunden und/oder Ihrer Familie.

  • Eine mediterran orientierte Ernährung versorgt das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen und stärkt seine Abwehrbereitschaft.

  • Essen Sie viele gesunde Vitamine in Form von frischem Obst, Gemüse und Nüssen.

  • Reduzieren Sie den Anteil von rotem Fleisch in Ihrem Ernährungsplan.

  • Essen Sie viel fetten Fisch mit hohen Anteilen an Omega-3-Fettsäuren.

  • Vermeiden Sie die Aufnahme von Transfettsäuren weitestgehend (z. B. in Chips, Pommes und vielen Fertiggerichten).

  • Tauschen Sie Butter und Margarine gegen natives Kokosöl und Sonnenblumenöl, Maiskeim- oder Distelöl gegen Oliven-, Raps- oder Leinöl.

  • Verzichten Sie auf stark zuckerhaltige Getränke.

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich (Wasser, Wasser, Wasser und auch Kaffee und Tee).

  • Rotwein in dosierter Form und nicht unbedingt tagtäglich soll Gehirnzellen auch schützen. Daher können Sie sich ab und zu ein Glas Rotwein gönnen.

Eine sehr informative und nützliche Auflistung mit präventiven Lebensmitteln von der Diplom-Oecotrophologin Frau Dr. Brigitte Bauer-Söllner finden Sie im Servicebereich der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg. Hier der Link zum Download des Artikels: Bewusste Ernährung – ein Teil der Demenzprävention.

2. Bewegung, Sport, Krafttraining

Neben einer gesunden Ernährung soll auch jede Form der Bewegung, des Sports und der Muskelkräftigung eine elementare Säule Ihres Präventions-Konzeptes sein. Seit 15 Jahren trainiere ich moderates Krafttraining insbesondere zur Stärkung der Muskulatur im Lendenwirbelsäulenbereich. Hierzu besuche ich zweimal wöchentlich Kieser-Training. Das Durchschnittsalter der Kieser-Kunden schätze ich auf 60 bis 65 Jahre, ich bin hier eher der Jungspund. Man kennt und grüßt sich mit Kopfnicken, viel „geschnackt“ wird während des Trainings nicht. Das Krafttraining ist für viele ein wichtiger Teil ihrer individuellen Präventions-Strategie.

Die Stärkung der Muskulatur gibt ihnen ein gutes und sicheres Gefühl und die körperliche Fitness hilft bei vielfältigen Aktivitäten – ob bei Spaziergängen und Wanderungen, beim Nordic Walking oder bei kulturellen Erlebnisausflügen. Durch Krafttraining wird der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-derived neurotrophic factor) verstärkt produziert. BDNF ist ein körpereigenes Protein, das das Überleben von vorhandenen Nervenzellen im Gehirn schützt und die Bildung von neuen Nervenzellen fördert.

Info

Wissenschaftlich belegt: Spazieren gehen beugt vor

Der Neurologe Kirk Erickson von der University of Pittsburgh hat 299 Personen, ohne Demenz-Symptome zum Studienbeginn, über 13 Jahre lang begleitet. Die damals durchschnittlich 78 Jahre alten Teilnehmer mussten regelmäßig ihre zu Fuß getätigten Strecken dokumentieren. Nach 9 Jahren hatten 40 Prozent von ihnen kognitive Probleme. Die Auswertungen zeigten, dass die Gruppe der intensiveren Spaziergänger (10 bis 16 Kilometer pro Woche) deutlich weniger von demenziellen Symptomen betroffen waren. Das Risiko des Abbaus von Nervenzellen reduzierte sich um die Hälfte.

3. Sozialer Austausch

Haben Sie schon einmal eine hitzige Debatte am Stammtisch, im Fußballstadion oder im Supermarkt miterlebt? Einfach herrlich. Da laufen die Synapsen auf Hochtouren und die Botenstoffe kommen beim Transport der sprudelnden Informationen richtig ins Schwitzen. Das Gehirn hat richtig Spaß daran, einmal wieder extrem gefordert zu sein. Gleichzeitig müssen viele kognitive Bereiche aktiviert und koordiniert werden: Hör- und Sprachvermögen, Konzentration, Gedächtnis, Emotionen und Gestik. Und das alles parallel und in Bruchteilen von Sekunden.

Alle Aktivitäten, die Sie in Gemeinschaft mit anderen erleben, sind pure Demenz-Prävention.

Hendrik Dohmeyer

Gemeinsames Freuen und Lachen wirken ebenfalls als Balsam für die Nervenzellen. Alle Aktivitäten, die Sie in Gemeinschaft mit anderen erleben, sind pure Demenz-Prävention. Falls Sie zurzeit keinen sehr aktiven sozialen Austausch pflegen, sollten Sie einmal folgende Möglichkeiten überdenken.

Info

5 Tipps für soziale Demenz-Prävention
  • Welche alten Freunde können Sie nach langer Zeit mal wieder anrufen?

  • Mit wem haben Sie früher gern Spiele gespielt? Fragen Sie einfach einmal nach, ob Interesse an einer Runde Skat, Bridge oder einer Partie Schach besteht.

  • Welchen Interessen wollten Sie schon seit Längerem einmal nachgehen? Erkundigen Sie sich, ob es Kurse z. B. von der Volkshochschule oder Interessengruppen gibt.

  • Wann waren Sie das letzte Mal im Kino, im Konzert oder im Theater? Rufen Sie Freunde oder Bekannte an und planen Sie kurzfristig einen gemeinsamen Besuch.

  • Wenn Sie zum Kreis der pflegenden Angehörigen gehören, erkundigen Sie sich über regionale Angebote von Selbsthilfegruppen, die mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, und besuchen Sie deren Treffen.

4. Persönliches Engagement

Gibt es ein Thema, das Sie besonders bewegt? Haben Sie Lust und etwas Zeit, anderen Menschen zu helfen? Gerade beim Eintritt in den beruflichen Ruhestand fällt bei vielen Menschen die positive Bestätigung des eigenen Wirkens weg und hinterlässt ein „Loch“. Natürlich ist man froh und glücklich, es endlich geschafft zu haben. Unterschätzen Sie aber nicht den inneren Wert, den Sie durch Ihre berufliche Bedeutung emotional erlebt haben. Diesen Verlust gilt es zu kompensieren.

Ohne einen Ausgleich durch das familiäre Umfeld (ja, die lieben Enkelkinder warten auf Oma und Opa) kann der Wechsel, oft lange nicht bewusst wahrgenommen, zu einer Form der Bedeutungslosigkeit führen, die Depressionen und weitere kognitive Problemen mit sich bringt.

In Ihrer Stadt oder Ihrem Dorf finden Sie bestimmt verschiedene Anlaufstellen, die ehrenamtliche Tätigkeiten in Bereichen anbieten, die Ihnen vielleicht liegen – das Spektrum ist sehr groß:

  • in der Kinder- und Jugendarbeit

  • in Sportvereinen

  • beim Umwelt- und Naturschutz

  • in kirchlichen Organisationen

  • bei der Unterstützung von Alleinerziehenden

  • bei der Beschäftigung mit Behinderten

  • bei der Betreuung älterer Menschen

Neben dem guten Gefühl für sich selbst und der wachsenden Bedeutung in der Gemeinschaft führt der in einem Ehrenamt erlebte intensive soziale Kontakt und kommunikative Austausch zu positiven Effekten.

5. Umgang mit Stress

Positiver Stress kann Gehirnzellen im ebenso positiven Sinne aktivieren, negativer Stress kann auf Dauer das Gegenteil bewirken und eine mögliche Demenz begünstigen. Chronischer Stress kann auch zu Depressionen, Burnout-Syndromen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Die Ursachen für negativen Stress und der Intensität des Empfindens können dabei sehr vielseitig sein. Pauschale Empfehlungen zur Prävention sind daher nur bedingt möglich.

Sportliche Aktivitäten sind jedoch hervorragende Ventile für Stress. Wenn Sie sich mit dem Thema Yoga anfreunden können, empfehle ich Ihnen sehr, einmal einen Schnupperkurs bei einem Anbieter in Ihrer Nähe auszuprobieren. Wenn Ihnen eine unangenehme, stressige Situation bewusst wird, halten Sie einem Moment inne und dann:

Tief einatmen, tief ausatmen und lächeln.

Das kann Wunder wirken.

6. Gutes Hören

Mit dem Alter verschleißt auch unser Gehör und Gehirn – daher ist Altersschwerhörigkeit keine Seltenheit. Doch sehr viele Menschen (laut Schätzungen rund 12 Millionen Menschen) nutzen keine Hörhilfe und haben daher ein stark erhöhtes Demenz-Risiko.

Der Grund: Durch die Hörminderung tritt eine direkte Reduzierung der Reize im Gehirn ein. Dies führt zum Abbau von Nervenzellen. Oft werden durch eine Schwerhörigkeit auch soziale Kontakte zunehmend vermieden – das Gehirn kann gar nicht mehr auf Hochtouren kommen. Im Beitrag Hörhilfen erfahren Sie mehr zur Altersschwerhörigkeit und möglichen Therapien.

Sollten Sie bei sich (oder Ihren Mitmenschen) eine Hörschwäche beobachten, ist es eine wichtige präventive Maßnahme, frühzeitig einen Hörtest bei einem Akustiker in Ihrer Nähe zu machen!

7. Permamente Weiterbildung und geistige Aktivität

Mit jeder neuen Information, die Sie lernen, weiten sich die Verknüpfungen in Ihrem neuronalen Netzwerk aus.

Hendrik Dohmeyer

Letztendlich ist die direkte Stimulation der Gehirnzellen sehr wichtig für die Demenz-Prävention. Mit jeder neuen Information, die Sie lernen, weiten sich die Verknüpfungen in Ihrem neuronalen Netzwerk aus und die kognitive Reserve wächst. Viele Experten schwören darauf, im Alter noch eine Fremdsprache zu lernen, da es vielfältige Gehirnareale effektiv aktiviert. Neben dem Erlernen einer neuen Sprache gilt auch das Erlernen und Praktizieren von Musikinstrumenten als wirkvolle Demenz-Prävention.

Ich persönlich habe mich z. B. vor einigen Jahren dazu entschieden, das Erstellen von Webseiten und Blogs im Internet für private Zwecke zu erlernen. So erfahre ich täglich neue spannende technische und gestalterische Entwicklungen und kann meine Kreativität selbstbestimmt ausleben.

Vielleicht ist ja eines der folgenden Lernthemen auch für Sie eine mögliche Anregung:

  • Grundlagen einer neuen Sprache in Kombination mit Urlaubsplanung erlernen

  • Gestaltungstechniken wie Malen, Zeichnen, Töpfern etc. erlernen

  • Angebote zum Erlernen von Musikinstrumenten nutzen

  • Berufliche Fortbildungsmaßnahmen wahrnehmen

  • Komplexere Sportarten entdecken, Segel- oder Tauchschein absolvieren

  • PC-Programme für Textverarbeitung oder Grafikgestaltung erlernen

  • Sich mit einem kulturellen Thema intensiver beschäftigen (Modernes Tanztheater, Renaissance
    Malerei, Französische Filmkunst)

  • Gesellschaftspolitisches Engagement in Parteien, Vereinen oder Verbänden wahrnehmen

Probieren Sie neue Hobbys und Beschäftigungen einfach mal aus! Damit bauen Sie Ihre kognitive Reserve aus und leisten einen wichtigen Beitrag zu Ihrer persönlichen Demenz-Prävention.

Mein persönliches Fazit

Sie sehen: Es sind viele Ansatzpunkte für eine Umstellung von etablierten Verhaltensweisen vorhanden, mit denen das Demenz-Risiko vermutlich reduziert werden kann. Forscher und andere Demenz-Eexperten gehen davon aus, dass auch bei Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung im Anfangsstadium noch Verzögerungen durch präventive Maßnahmen erzielt werden können. Jeder Tag ist hier ein Gewinn und rechtfertigt die Mühen.

Was kann generell vorbeugend oder nach positiver Diagnose gegen Demenz getan werden?

Zunächst muss man sich vergegenwärtigen, dass die Wahrscheinlichkeit wächst, Demenzkrank zu werden, je älter der Mensch wird. Das kann besonders zutreffen, wenn andere Erkrankungen eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit bewirkt haben. (siehe unter anderem Sekundär-Demenz)

Angeraten wird also für jeden älteren Menschen, der Demenz so gut wie möglich entgegen zu wirken, also vorzubeugen. Dazu muss bewusst sein, dass einige Faktoren die Demenz begünstigen. Dazu zählen erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht und zu hoher Blutdruck. Raucher sind mehr gefährdet als andere, da Rauchen die Venen verengt und somit die Durchblutung auch des Gehirns behindert.

Nicht unwesentlich tragen auch falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, geistige Trägheit sowie Leben ohne Kontakt zu anderen Menschen ihren Anteil zur Erkrankung bei. Im Folgenden wird deshalb nachstehendes bereits zur Vorbeugung empfohlen. Natürlich gelten diese Empfehlungen auch für den bereits an Demenz Erkrankten, soweit es der Zustand zulässt.

 

Richtige Ernährung für Körper und Gehirn

Wie man bei Italienern, Spaniern, Südfranzosen und Griechen erkannt hat, vermindert deren Küche sowohl das Infarktrisiko als auch die sogenannte vaskuläre Demenz, die zweithäufig auftretende Demenzart, welche auf Durchblutungsstörungen des Gehirns zurück zu führen ist. Seit langem ist belegt, dass eine mediterrane Ernährung bevorzugt vorbeugend wie dauerhaft bei Demenz erfolgen sollte, um den Prozess der Krankheit zu verlangsamen. Worin bestehen nun die Besonderheiten dieser Ernährung?

  1. Zunächst geht es um die hinreichende Aufnahme von Vitaminen. Dabei spielen die Vitamine A, C und E eine wichtige Rolle, die einer Zellschädigung entgegen wirken. Vitamin A ist besonders reich in Karotten und Spinat enthalten. In Orangen, Zitronen und Grapefruits ist das wichtige Vitamin C zu finden. Vitamin E wird durch Gemüse, wie Grünkohl und Sellerie geliefert, ebenso durch Nüsse und Vollkorngetreide. Des weiteren sollen unter anderem Brokkoli, Endiviensalat nicht auf dem Speiseplan fehlen, weil sie einen hohen Gehalt an Folsäure aufweisen, um das “schlechte” Cholesterin (LDL) im Blut zu reduzieren und dadurch das Demenzrisiko zu senken.

  2. Als Getränk bietet sich Grüner Tee an, in dem eine Reihe positiver Wirkstoffe enthalten sind. Durch bereits 3 Tassen täglich soll ebenfalls der Zellschädigung durch sogenannte Freie Radikale (unverbrauchter Sauerstoff) entgegen gewirkt werden können. Außerdem können offensichtlich Eiweißablagerungen im Gehirn, die Gift für die Nervenzellen sind und zur Demenz führen, verhindert oder eingeschränkt werden. Obgleich sich Ärzte mit einer Empfehlung wegen eines möglichen Missbrauchs zurück halten, ist es erwiesen, dass in Maßen verzehrter Rotwein Gefäßverkalkungen vorbeugt, so dass auch eine positive Wirkung zur Vorbeugung oder Minderung der Symptome der Demenz anzunehmen ist.

  3. Bekanntermaßen benötigt der Mensch Fette. Allerdings sollten sogenannte "Gesunde Fette" auf dem Ernährungsplan stehen. Dazu gehört nicht das Fett, welches sich in Schweine- und Rindfleisch, Wurst, Schmalz oder Speck finden lässt. Die aufgezählten Lebensmittel erhalten gesättigte Fettsäuren, die bei zu hohem Genuß die Gewichtszunahme unterstützen und den Cholesterinspiegel erhöhen.  Fisch hingegen senkt das Risiko, dass Gefäße verkalken, weil er sogenannte ungesättigte Fettsäuren enthält. Darüber hinaus verfügen einige Fischsorten über Omega-3-Fettsäuren, die zudem die Hirnaktivität positiv beeinflussen: Nervenzellen des Gehirns werden stabilisiert, Kontakte zwischen den Gehirnzellen vermehren sich und wirken Entzündungen und einer Demenzerkrankung entgegen.

 

In Bewegung bleiben

Dass es dem Körper und Geist gut tut, sich möglichst viel zu bewegen, ist eine Binsenweisheit. Gerade zur Vorbeugung einer Demenz und besonders zur Verlängerung des Krankheitverlaufs sollte man sich dieses vergegenwärtigen. Jedwede Bewegung führt zur besseren Durchblutung, natürlich auch des Gehirns.

Sofern der Patient bettlägerig und zugleich gehunfähig ist, können nur Massagen oder dem Krankheitszustand angepasste gymnastische Übungen eine bessere Durchblutung bewirken.

Wenn immer der Kranke allerdings bewegungsfähig ist, sollte jede nur denkbare Gelegenheit genutzt werden, ihm Bewegung anzuraten.

Zur Vorbeugung oder im Frühstadium einer Demenz bieten Sportvereine oder Seniorengruppen in fast jeder Gemeinde hinreichend Möglichkeiten, den Körper fit zu halten.

Aber allein tägliche Spaziergänge sind anzuraten. Und dann sollte man die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten des Alltags nicht vergessen, die allzu gern dem Ehepartner, den Kindern, Freunden oder gegebenenfalls der Haushaltshilfe oder Pflegerin überlassen wird. So ist darauf Wert zu legen, die Flasche Wasser selbst aus dem Keller, das vergessene Buch selbst vom Obergeschoss des Hauses zu holen. Der Weg zum Briefkasten, zum Bäcker oder zum Nachbarn muss, wenn immer nur möglich, selbst erledigt werden. So sollte nur dann beim Anziehen oder der bekannt schwierigen Prozedur, Socken und Schuhe anzuziehen, Hilfe in Anspruch genommen werden, wenn es partout nicht allein möglich ist.

Es muss das Bewußtsein wachsen, dass jede nur erdenkliche körperliche Bewegung der besseren Durchblutung auch des Gehirns dient und vorbeugend einer Demenz entgegen wirkt oder in gleich welchem Stadium der Krankheit das Leben verlängern hilft.

 

Für geistige Fitness sorgen

Geistige Aktivitäten regen den Stoffwechsel des Gehirns an und schützen vor Demenz- Symptomen zur Vorbeugung der Krankheit. Ebenso kann durch vielfältige geistige Bewegung- wie bei der körperlichen- der Verlauf bei bereits betroffenen Patienten verlängert werden und damit die Lebensfähigkeit länger erhalten bleiben. Dazu sollte jeder selbst sorgen oder den Rat und die Empfehlung anderer annehmen, so lange das Leben wert erscheint. Für Pflegende gilt, Anregungen zu vermitteln, damit die geistige Kondition auf zumindest gleichem Niveau bleibt oder sich verbessert.

Welche der in nachstehender Auflistung stehenden Ratschläge zur Verbesserung der geistigen Fitness annehmbar sind, kann nur der Patient selbst entscheiden:

  • Ein altes Hobby, wie Malen, Handwerkern, Musizieren, Fotografieren, Gärtnern, Lesen oder Schreiben usw. sollte wieder belebt werden;

  • Die Kommunikation zu Bekannten durch Schreiben, Telefonieren oder Besuche, soweit möglich, sprich, die Wahrnehmung sozialer Kontakte vermindert Gedächtnisschwund und Erinnerungslücken;

  • Sofern Kenntnisse einer Fremdsprache vorliegen, ist das Lernen neuer Vokabeln höchst wirksam, wie natürlich das Erlernen einer neuen Fremdsprache;

  • Das Lösen von Kreuzworträtseln, Soduko oder Gedächtnisspielen, einfacher mathematischer Aufgaben sind Übungen für das Gehirn;

  • Das Auswendiglernen eines Gedichtes, Liedes oder eines interessanten Zeitungsinhaltes fördert die Merkfähigkeit;

  • Die Veränderung gewohnter Tagesabläufe und Routineangelegenheiten sind Tricks, das Gehirn auf Trab zu halten.
     

Was immer getan wird, wofür man sich, ob zur Vorbeugung, mit anderer Krankheit pflegebedürftig oder bereits von Demenz betroffen: wichtig ist, etwas für sich zu tun. Im Pflegefall auch natürlich mit Hilfe der betreuenden Personen.

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